Seit Jahren arbeiten wir mit Hanseatic Help e.V. zusammen, die in Hamburg und Umgebung gespendete Kleidung, Hygieneartikel & Schulmaterial an Menschen und Familien in Not verteilen.
Doch Hanseatic Help e.V. ist mehr als eine Hilfsorganisation: Es ist ein Ort, an dem Menschen eine Heimat finden und zusammenkommen, um etwas zu bewegen.
Wir haben mit Manu und Cori gesprochen, die beide vor zehn Jahren "nur kurz vorbeischauen" wollten – und geblieben sind. Danke für Eure Geschichte🧡!

Ein Gespräch mit Cori und Manu über ihre Reise bei Hanseatic Help e.V.
Es ist August 2015. Cori will eigentlich nur ein paar Sachen abgeben. Zwei, drei Stunden hat sie Zeit, denkt sie. Sie kommt in die Messehalle, wo gerade etwas entsteht, das noch keinen richtigen Namen hat – nur eine Idee: Menschen helfen, die Hilfe brauchen. Einfach machen.
Zur selben Zeit betreut Manu in einem anderen Teil Hamburgs eine Kleiderkammer in einer Erstaufnahme. Kartons von Hanseatic Help e.V. kommen dort an. Irgendwann denkt sie: Diesen Laden muss ich mir mal angucken. Sie fährt nach Wedel zu einer Containerpack-Aktion.
Drei Container stehen nebeneinander. In jedem arbeitet ein Team. Manu bekommt einen Hubwagen in die Hand gedrückt. Den ganzen Tag zieht sie Palette um Palette heran. Die Energie ist elektrisierend. Am Ende sitzen alle an einer riesigen Tafel, essen zusammen, schnacken.
Zehn Jahre später sitzen beide in ihren Büros bei Hanseatic Help e.V.. Hauptamtlich. Aus zwei, drei Stunden ist ein Leben geworden.


Was hat euch damals bewegt zu bleiben?
Cori: Diese unglaubliche Dynamik – zu merken, dass man mit vielen Menschen zusammen sehr niedrigschwellig etwas bewegen kann. 2015 war ja eine schwierige Zeit. Viele Menschen waren auf der Flucht und kamen nach Deutschland, und gleichzeitig gab es gewaltsame Proteste dagegen wie z.B. in Heidenau. Das hat uns sehr beschäftigt. Sich hands-on zu engagieren, war für mich ein Weg, der Hilflosigkeit etwas entgegenzusetzen.
Manu: Was ich in Wedel erlebt habe, hat mich buchstäblich geflasht. Diese Gemeinschaft war einfach krass spürbar. Und dann, Monate später im April 2016, als Hanseatic Help e.V. in die Große Elbstraße zog und die Erstaufnahme geschlossen wurde, bin ich einfach mitgegangen. Das erzähle ich nicht so oft, aber Hanseatic Help ist für mich wirklich untrennbar mit Heimat in Hamburg verbunden.
“An einem dieser ersten Tage ging ich den Elbberg hinunter, auf die Elbe zu. Und plötzlich war da dieses Gefühl: Hier bin ich angekommen, hier möchte ich bleiben, das kann meine neue Heimat werden.“ (Manu)
Ihr arbeitet heute beide hauptamtlich – wie kam es dazu?
Cori: Ehrlich gesagt wollte ich es anfangs auf gar keinen Fall, weil ich dachte, da geht der Spaß verloren. Ich habe acht Jahre lang ehrenamtlich in verschiedenen Positionen gearbeitet – erst in der Hygieneabteilung, dann im Office, dann fünf Jahre im Vorstand. Alles neben meinem Job an der FernUni Hagen. Aber 2023 ergab sich eine Stelle für ein Projekt, das mir besonders am Herzen lag. Da passte einfach alles zusammen.
Manu: Bei mir waren es knapp drei Jahre ehrenamtliches Engagement. Ich hatte für eine andere Firma gearbeitet und war für ein Projekt bei Hanseatic Help e.V. eingesetzt, aber irgendwann wusste ich: Ich will das nicht mehr woanders machen. Als die Logistik-Koordinationsstelle geschaffen wurde, habe ich mich beworben. Es war wie eine Fügung – ich konnte nahtlos wechseln.
“Die hauptamtlichen Strukturen ermöglichen auch heute genau das, was unser Ursprung war – 'einfach machen'.” (Cori)
Cori: Die Ehrenamtlichen können sich ausleben und auch immer noch eigene Ideen einbringen, weil die Rahmenbedingungen stimmen. Bis 2018 hatten wir einen geschäftsführenden Vorstand, der 80-90-Stunden-Wochen schob – neben Hauptjobs, neben Familien. Das ging drei Jahre lang, aber dann war klar: Entweder wir werden verlässlicher Partner für alle Hilfsorganisationen in Hamburg, oder wir entwickeln uns zurück. Wir haben uns für den ersten Weg entschieden.

Gibt es Momente, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind?
Manu: Dieser Moment am Elbberg, den ich vorhin beschrieben habe – der begleitet mich bis heute. Aber es gab auch harte Momente. Während Corona haben wir mit Straßenblues zusammen ein Projekt gemacht und Obdachlose in der Jugendherberge untergebracht. Ich hatte Schicht und musste jemanden wegschicken, weil alle Betten voll waren. Das war hart – abends zu Hause zu sitzen und zu realisieren: Du hast da jemanden auf die Straße zurückgeschickt. Da wurde mir klar: Ich könnte die direkte Arbeit mit Bedürftigen nicht dauerhaft machen. Das würde mich auf Dauer kaputt machen. Ich habe die größte Hochachtung vor den Menschen, die diese Arbeit täglich leisten – aber ich bin für die Arbeit bei Hanseatic Help e.V. deutlich besser geeignet.
Cori: Für mich sind es vor allem die Begegnungen mit Menschen hier in der Halle. Wir geben so vielen Menschen einen halbwegs sicheren Hafen – durch diese Gemeinschaft. Menschen mit schwierigen Lebensläufen, junge Menschen, die nie wussten, wo ihr Platz ist, Menschen in Transition. Es ist toll, nach zwei, drei Jahren zu merken: Die wissen jetzt, wo ihr Platz ist.
“Einmal hat jemand zu mir gesagt: "Ich kam hier als gebrochene Person an, und jetzt habe ich wieder Bock aufs Leben" - solche Sätze prägen sich sehr ein und treiben mich an.” (Cori)
Ich freue mich natürlich über jede Rückmeldung von Hilfsorganisationen, mit denen wir zusammenarbeiten – wie über das Kind, das über seinen neuen Schulranzen gestrahlt hat. Aber was mich besonders berührt, sind die Gespräche mit Menschen hier bei uns, die ich über längere Zeit begleite und besser kenne.

Was gibt euch in eurer Arbeit Kraft?
Manu: Es gibt Tage, da denke ich: Was wir tun, ist so klein – können wir wirklich was verändern? Aber dann komme ich auf Arbeit und sehe hier so viele Menschen, die einfach Bock haben und mitmachen – dieser bunte Haufen. Und dann denke ich: Ja, wir können schon was machen. Das gibt mir Kraft.
„Was wir tun, ist vielleicht klein – aber wir können das Leben von Menschen ein Stück besser machen.“ (Manu)
Cori: Für mich ist es die Gemeinschaft – das Herzstück. Diese Gemeinschaft von unglaublich vielen coolen Menschen, die einfach das Herz am rechten Fleck haben. Das hat mich von Anfang an gehalten und tut es bis heute. Wir haben über 200 Menschen, die regelmäßig hier sind – Haupt- und Ehrenamtliche zusammen. Und jede und jeder bringt sich so ein, wie es für sie oder ihn passt.
Manu: Und zu wissen, dass wir mit unserer Arbeit andere Organisationen entlasten können – Beratungsstellen, Sozialeinrichtungen – die sich dann auf ihre eigentliche Arbeit am Menschen konzentrieren können, statt Sachen zu sortieren oder Lager zu verwalten. Das empfinde ich als unglaublichen Mehrwert für die Hilfslandschaft.
Was würdet ihr Menschen sagen, die überlegen, sich zu engagieren?
Cori: Dass es dir per se erstmal total gut tut, dich zu engagieren. Und es muss nicht zwingend im sozialen Bereich sein. Aber ich glaube, man macht es auch ganz viel für sich selbst – und das ist völlig legitim. Man lernt Menschen kennen, die man sonst nie getroffen hätte, kann sich entfalten ohne beruflichen Druck. Das Wichtigste: Guck, was dir Spaß bringt und wo du deine Stärken einbringen kannst. Wenn du jeden Tag völlig fertig nach Hause gehst, ist es nicht dein Ehrenamt. Dann ist vielleicht woanders dein Platz – und das ist genauso wertvoll.
Manu: Engagement ist so vielfältig möglich. Das muss nicht heißen, zu einer Organisation zu gehen. Das kann sein: Im Hausflur zum Kaffee einladen. Müll in der Straße aufsammeln. Aktiv werden, mit Menschen in Kontakt treten. Und jeder sollte in sich gehen und ehrlich überlegen: Ist jetzt gerade die Zeit dafür? Wenn die Antwort nein ist, ist das völlig okay. Dann kommen vielleicht andere Zeiten. Und manchmal erfährt man nie, welchen Impact das eigene Engagement hatte – aber nichtsdestotrotz ist es unglaublich wertvoll, für andere und für einen selbst.
💛 Gemeinschaft, die bleibt

Was Cori und Manuela erzählen, spürt man sofort: Hanseatic Help e.V. ist ein Ort, an dem Hilfe, Hand und Herz bekommt.
Wir durften das am 4. Dezember 2025 selbst erleben, als wir gemeinsam mit über 30 Kund*innen, Freunden und Familienmitgliedern in der Halle standen. Zusammen haben wir Spenden sortiert, Hilfspakete gepackt und sie auf Europaletten gestapelt.
Am Ende des Tages waren wir erschöpft – aber erfüllt. Weil wir wussten: Wir haben gemeinsam etwas bewegt.
Seit 2020 haben wir Hanseatic Help e.V. insgesamt 39.588,29 € als Geld- und Warenspenden überreicht und mehr als 4.500 Rucksäcke für Menschen in Not gespendet.
Lerne Hanseatic Help e.V. und andere Partner von Ela Mo kennen und erfahre wie Du einfach mitmachen kannst:












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